Freitag, 12. Oktober 2012

#4- Weil Herzen lautlos brechen.

"Wenn man ein Glas oder einen Teller fallen lässt, dann entsteht ein lautes, schepperndes Geräusch. Wenn ein Fernster zerbricht, ein Tischbein zersplittert oder ein Bild von der Wand stürzt, kann man es hören. Aber wenn das Herz bricht, geschieht es vollkommen lautlos. Eigentlich würde man denken, weil es so wichtig, so schwerwiegend ist, macht es einen Mordskrach, oder es erklingt vielleicht eine Art zeremonieller Ton, ein symbolischer Gong, eine Glocke. Aber es passiert lautlos, obwohl man sich beinahe wünscht, da wäre ein Laut, der einen von dem Schmerz ablenkt.
Wenn es ein Geräusch gibt, dann in deinem Innern. Ein Schrei, den niemand hören kann außer dir selbst, so laut, dass dir die Ohren klingen und der Kopf wehtut. Er zappelt in der Brust herum wie ein gefangener Hai, er brüllt wie eine Bärin, der man ihr Junges weggenommen hat. So sieht er aus und so klingt er - wie ein riesenhaftes Tier, das brüllend um sich schlägt, sich panisch aus der Falle zu befreien sucht, gefangen in seinen eigenen Gefühlen. Aber das ist es ja mit der Liebe, niemand ist vor ihr gefeit. Sie ist wild, roh, wie eine offene, dem Salzwasser ausgesetzte Fleischwunde, und wenn diese Wunde wirklich aufbricht, dann geschieht es lautlos. Du schreist nur im Innern, und keiner kann dich hören."
Cecilia Ahern: " Zwischen Himmel und Liebe."


Eigentlich hab ich nie geglaubt, dass Herzen überhaupt brechen können.
Mittlerweile weiß ich, dass es anders ist.
Aber es fühlt sich nicht an, wie brechen. Es fühlt sich an, als ob jede Faser deines Herzen bis zum Maximum überdehnt wird, bevor Sie einzeln reißen. Als ob dein Herz, deine Seele und alles, was irgendwie positive Gefühle enthielt in Sekundenbruchteilen in tausende und abertausende Teile zersplittert. Als ob sich im nachhinein die Splitter tief in dich hineinbohren und dabei die Erinnernungen, die man so sehr versucht zu verdrängen, fest in dir drin verankern.
All diese Splitter machen dich zu dem, was wir sind.
Und jedes mal, wenn etwas schlechtes passiert, jedes Mal, wenn Menschen dich verletzen, wenn Menschen dich verlassen oder dir grausame Dinge antun, stirbt etwas in dir drin ein bisschen mehr.
Und trotzdem fragen sich alle, warum die Menschen immer kaputter werden, warum es immer mehr depressive Menschen gibt, warum die Jugend immer mehr Drogen und Alkohol konsumiert und warum das Alles so unglaublich vor die Hunde geht.

2 Kommentare:

  1. Ich liebe deine Art zu schreiben :*
    Und ja, ich hatte einen schönen Tag :)
    Sehen uns ja Montag, bis dann!

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